Informationen zur Afrikanischen Schweinepest

Neuhausen

Nachdem im Juni vermehrt die Afrikanische Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen um Jerischke festgestellt wurde, gibt es seitens des Landkreises Spree-Neiße seit dem 15. Juli eine neue Tierseuchenallgemeinverfügung, die die einzelnen Restriktionszonen um die Fundorte neu festlegt und die Restriktionen benennt.

lila = Kernzone

-

rot = Sperrzone II

Drieschnitz inkl. Vorwerk, Gablenz

gelb = Sperrzone I

Bagenz, Frauendorf, Groß Döbbern, Groß Oßnig, Haasow, Kahsel, Kathlow, Klein Döbbern, Komptendorf, Koppatz, Laubsdorf, Neuhausen, Roggosen, Sergen

Die gesamte Tierseuchenallgemeinverordnung des Landkreises Spree-Neiße entnehmen Sie bitte der Internetseite des Landkreises unter www.lkspn.de > Afrikanische Schweinepest (ASP)

Die für die einzelnen Zonen geltenden Restriktionen finden Sie hier zusammengefasst. Bitte beachten Sie: Tagesaktuelle Entwicklungen können im Mitteilungsblatt der Gemeinde nicht berücksichtigt werden.

Stand: 23. Juli 2021

Sperrzone II:

1. Relevant für Jäger:

a.

Bis zur Errichtung einer stabilen Wildschweinbarriere, welche das Seuchengeschehen in Richtung Westen abgrenzt, gilt ein vorläufiges Jagdverbot für alle Tierarten.

b.

Die Tötung von Schwarzwild im Rahmen der Tierseuchenbekämpfung erfolgt mit Einzel-Anordnungen des Amtstierarztes des Landkreises Spree-Neiße.

c.

In Bezug auf die Tötung von Schwarzwild nach Tierseuchenrecht, sind der Fallenfang und die Einzeljagd auf Wildschweine zulässig. Andere Formen der effektiven Entnahme von Wildschweinen sind bei der unteren Jagdbehörde zu beantragen und dürfen nur nach Genehmigung durchgeführt werden.

d.

Personen, die mit Wildschweinen in Berührung gekommen sind, haben Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen durchzuführen.

e.

Hunde und Gegenstände (auch Fahrzeuge), die mit Wildschweinen oder Teilen von Wildschweinen in Berührung gekommen sind, sind durch ihren Halter bzw. durch den Jagdausübungsberechtigten zu reinigen und zu desinfizieren.

f.

Verendet aufgefundene Wildschweine oder deren Teile sowie Gegenstände, mit denen Wildschweine in Berührung gekommen sein können, dürfen in einen Betrieb nicht verbracht werden.

g.

Jagdausübende haben jedes verendet aufgefundene Wildschwein mit einer Wildursprungsmarke zu kennzeichnen, unverzüglich unter Angabe des Fundortes (GPS-Daten) dem Fachbereich Landwirtschaft, Veterinär- und Lebensmittelüberwachung anzuzeigen, Proben zur virologischen Untersuchung auf Afrikanische Schweinepest zu entnehmen und die Proben dem benannten Fachbereich zuzuleiten.

h.

Wildschweine dürfen aus der Sperrzone II nicht verbracht oder ausgeführt werden.

i.

Die vorübergehende Errichtung von wildschweinsicheren Zäunen in den Restriktionsgebieten ist zu dulden.

Folgende Verpflichtungen gelten für Jagdausübungsberechtigte in der Sperrzone II erst bei Aufhebung des angeordneten Jagdverbots.

j.

Jagdausübungsberechtigte haben jedes erlegte Wildschwein unverzüglich mit einer Wildmarke zu kennzeichnen und einen Begleitschein nach Muster des Wildursprungsscheins auszustellen sowie von jedem erlegten Wildschwein unverzüglich Proben zur virologischen Untersuchung auf Afrikanische Schweinepest zu entnehmen, zu kennzeichnen und zusammen mit dem Tierkörper und dem Begleitschein der durch die zuständige Behörde bestimmten Stelle zuzuführen.

k.

Sie haben zudem dafür Sorge zu tragen, dass bei Gesellschaftsjagden das Aufbrechen der Tiere und die Sammlung des Aufbruchs zentral an einem Ort erfolgen.

l. Frisches Wildschweinefleisch oder Wildschweinefleischerzeugnisse sowie deren tierische Nebenprodukte und Folgeprodukte aus tierischen Nebenprodukten dürfen nicht verbracht oder ausgeführt werden.

2. Relevant für Land- / Forstwirtschaft:

a.

Landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Tätigkeiten sind nur nach erfolgter Fallwildsuche und Freigabe durch den Landkreis Spree-Neiße zulässig.

b.

Während der Bewirtschaftung aufgefundene verendete oder offensichtlich kranke Wildschweine sind dem Landkreis Spree-Neiße unverzüglich anzuzeigen. Bis zum Vorliegen einer Entscheidung hinsichtlich der weiteren Bewirtschaftung, ist die Arbeit einzustellen.

c.

Personen, die mit Wildschweinen in Berührung gekommen sind, haben Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen durchzuführen.

d.

Hunde und Gegenstände (auch Fahrzeuge), die mit Wildschweinen oder Teilen von Wildschweinen in Berührung gekommen sind, sind durch ihren Halter bzw. durch den Jagdausübungsberechtigten zu reinigen und zu desinfizieren.

e.

Die vorübergehende Errichtung von wildschweinsicheren Zäunen in den Restriktionsgebieten ist zu dulden.

3. Relevant für die Bevölkerung:

a.

Jede Person ist verpflichtet dafür zu sorgen, dass ihrer Aufsicht unterstehende Hunde, im beschriebenen Gebiet nicht frei herumlaufen (Leinenzwang).

b.

Personen, die mit Wildschweinen in Berührung gekommen sind, haben Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen durchzuführen.

c.

Hunde und Gegenstände (auch Fahrzeuge), die mit Wildschweinen oder Teilen von Wildschweinen in Berührung gekommen sind, sind durch ihren Halter bzw. durch den Jagdausübungsberechtigten zu reinigen und zu desinfizieren.

d.

Die vorübergehende Errichtung von wildschweinsicheren Zäunen in den Restriktionsgebieten ist zu dulden.

Sperrzone I:

1. Relevant für Jäger:

a.

Bewegungsjagden sind der zuständigen unteren Jagdbehörde mindestens drei Tage vor Beginn anzuzeigen. Bei kurzfristigen Bewegungsjagden zur Wildschadensbegrenzung ist eine nachträgliche Meldung zulässig.

b.

Jagdausübungsberechtigte haben jedes erlegte Wildschwein unverzüglich mit einer Wildmarke zu kennzeichnen und einen Begleitschein nach Muster des Wildursprungsscheins auszustellen sowie von jedem erlegten Wildschwein unverzüglich Proben zur virologischen Untersuchung auf Afrikanische Schweinepest zu entnehmen, zu kennzeichnen und zusammen mit dem Tierkörper und dem Begleitschein der durch die zuständige Behörde bestimmten Stelle zuzuführen.

c.

Sie haben zudem dafür Sorge zu tragen, dass bei Gesellschaftsjagden das Aufbrechen der Tiere und die Sammlung des Aufbruchs zentral an einem Ort erfolgen.

d.

Der Aufbruch jedes erlegten Wildschweins ist in einem Verarbeitungsbetrieb für Material der Kategorie 1 nach Art. 24 Abs. 1 a der VO (EG) Nr. 1069/2009 unschädlich zu beseitigen. Die unschädliche Beseitigung ist durch Abgabe des Aufbruchs jedes erlegten Wildschweins in hierfür vorgesehenen Tonnen an festgelegten Standorten zu erfolgen.

e.

Wildschweine aus der Sperrzone I, die in der Sperrzone I erlegt worden sind, dürfen nicht verbracht oder ausgeführt werden.

f.

Frisches Wildschweinefleisch oder Wildschweinefleischerzeugnisse, das oder die von Wildschweinen gewonnen worden ist oder sind, sowie tierische Nebenprodukte und Folgeprodukte aus tierischen Nebenprodukten, die von Wildschweinen stammen, die in der Sperrzone I erlegt worden sind, dürfen nicht verbracht oder ausgeführt werden.

g.

Jagdausübende haben jedes verendet aufgefundene Wildschwein mit einer Wildursprungsmarke zu kennzeichnen, unverzüglich unter Angabe des Fundortes (GPS-Daten) dem Fachbereich Landwirtschaft, Veterinär- und Lebensmittelüberwachung anzuzeigen, Proben zur virologischen Untersuchung auf Afrikanische Schweinepest zu entnehmen und die Proben mit einem Wildursprungsschein dem benannten Fachbereich zuzuleiten.

h.

Die vorübergehende Errichtung von wildschweinsicheren Zäunen in den Restriktionsgebieten ist zu dulden.

Für den gesamten Landkreis gilt:

a.

Von jedem erlegten Wildschwein sind Proben zur Untersuchung auf das Virus der Afrikanischen Schweinepest zu entnehmen (EDTA-Blut). Die Probe ist mit einem vollständig ausgefüllten Untersuchungsantrag (erhältlich beim Fachbereich Landwirtschaft, Veterinär- und Lebensmittelüberwachung) zusammen mit der Trichinenprobe an die zuständige Behörde abzugeben.

b.

Jedes verendet aufgefundene Wildschwein ist unverzüglich unter Angabe des Fundortes (GPS-Daten) dem Fachbereich Landwirtschaft, Veterinär- und Lebensmittelüberwachung anzuzeigen.

c.

Durch Jagdausübungsberechtigte ist zu dulden, dass amtlich angeordnete Kadaversuchen erfolgen. Zudem ist das Mitführen und die Nutzung von Waffen durch amtlich beauftragte Jäger zu dulden. Jagdausübungsberechtigte haben die amtlichen Seuchenbekämpfungsmaßnahmen zu unterstützen.

d.

Jagdausübungsberechtigte aller Restriktionsgebiete haben eine verstärkte Fallwildsuche durchzuführen.

e.

Hunde und Gegenstände (auch Fahrzeuge), die bei jagdlichen Maßnahmen in den Restriktionsgebieten verwendet wurden, sind zu reinigen und (im Falle von Gegenständen) mit einem gegen das ASP-Virus wirksamen Desinfektionsmittel gründlich zu behandeln. Bei Hunden hat dies durch ihren Halter und im Falle der Gegenstände durch den Jagdausübungsberechtigten zu erfolgen. Personen, die mit Wildschweinen oder mit Teilen von Wildschweinen in Berührung gekommen sind, haben sich ebenfalls gründlich zu reinigen und mindestens die Kontaktstellen mit einem wirksamen Mittel zu desinfizieren.

Artikel veröffentlicht am 31.07.2021 von Mitteilungsblatt | Amtsblatt für die Gemeinde Neuhausen/Spree 7 / 2021