Die Ausstellung am Tiefwarensee: Wo Natur zu Hause ist

Abseits der üblichen Wege

Waren

Waren (-lke). Wie wäre es mal mit einem Spaziergang auf nicht ganz so „ausgetretenen“ Pfaden? Waren „hinter“ den Bahngleisen bietet auch einiges Sehenswertes.

Wir starten unseren Spaziergang am Warener Bahnhof. Das imposante Bahnhofsgebäude aus dem Ende des 19. Jahrhunderts befindet sich in Privatbesitz und wurde in den letzten Jahren aufwendig saniert. Ein Blick ins Innere lohnt sich. Interessante Skulpturen erfreuen das Auge des Betrachters. Mehr allerdings gibt es nicht zu sehen. Ein kleiner Ticketshop und zwei Arztpraxen beanspruchen die Räume des Bahnhofs für sich. Außerdem sollte man auch eine widerstandsfähige Blase sein eigen nennen, denn die öffentliche Toilette ist schon seit längerem kaputt. Vom Bahnhof aus wenden wir uns nach rechts. Hier wird gebaut. Der schöne Unterstand, überdacht und mit ausführlichen Informationen für den Ortsfremden, musste weichen. Dafür aber ist der Übergang in Kürze behindertengerecht, u.a. mit einem Fahrstuhl, ausgestattet.

Wir gehen am Bahnhofshotel vorbei. Unmittelbar neben den Schienen führt ein namenloser Fußweg zu einem hübschen Teich. Bänke laden zum Verweilen ein. Nicht weit von diesem idyllischen Flecken entfernt befindet sich unter der Herrenseebrücke der Wildpflanzengarten. Da aber bitte die Öffnungszeiten beachten. Folgt man dem Weg unter der Brücke hindurch weiter geradeaus, passiert man linkerhand das einst stolze Postgebäude aus der Gründerzeit. Mittlerweile zur Ruine verkommen, wartet es darauf, aus seinem Dornröschenschlaf erweckt zu werden. Jetzt könnten wir rechts durch den Tunnel in die Innenstadt gelangen. Das tun wir aber nicht, sondern wir wenden uns der links vor uns sichtbaren Hausfassade zu. Auf ihr sind bedeutende Persönlichkeiten Warens abgebildet. Interessant ist zu erkunden, wer denn alles auf der Wand zu sehen ist. Da diese Fassade zu dem sich unmittelbar daneben befindenden Brauhaus gehört, grüßen von ihr auch Vater und Sohn Reschke, die Wirtsleute. Weiter geht es geradeaus Richtung Tiefwarensee. Er ist einer der vier Seen, an denen Waren liegt. Wir will, kann hier ein Boot oder Tretboot mieten und die Beschaulichkeit auf diesem See genießen, die sich wohltuend von dem wuseligen Treiben auf der Müritz abhebt.

Weiter halbrechts, wie mein Navi so hübsch zu sagen pflegt, führen ein Rad- und daneben ein Spazierweg am Ufer entlang. Hier präsentiert das Netzwerk Naturerlebniszentren die Outdoor-Ausstellung „Mecklenburg-Vorpommern: Wo Natur zu Hause ist“. Auf 22 großformatigen Bilderwänden wird die Vielfalt der Natur gezeigt. Die Bilder geben Einblick in die Naturerlebniszentren unseres Bundeslandes. Immerhin drei Nationalparks, drei Biospärenreservate und sieben Naturparks bewahren eine einzigartige Tier- und Pflanzenvielfalt. Bis Mitte August sind die Bilder hier noch zu sehen. Auch hier am südlichen Ufer des Tiefwarensees laden Bänke zum Verweilen ein.

Ein kleines Stück weiter erinnert ein Gedenkstein an die Warener Synagoge. Sie gibt es nicht mehr, denn sie fiel, wie viele andere Häuser, der sogenannten Verkehrslösung in den 70-er Jahren zum Opfer. Dahinter darf man sich körperlich ertüchtigen. Eine von etlichen Fitness-Parcour-Anlagen der Stadt bietet beste Voraussetzungen dafür. Sportlich ausgepowert, gehen wir den Weg weiter, „erklimmen“ eine kleine Anhöhe, passieren den Friedhof und stehen wieder an der B 192. Von hier aus sind es nur ein paar Schritte in die Warener Altstadt. Oder man wendet sich am Friedhof nach links, läuft ein paar Schritte zum Stüde und lässt den Spaziergang mit einem grandiosen Blick auf Warens Altstadt und den Tiefwarensee ausklingen.

Artikel veröffentlicht am 31.07.2021 von Müritz Tipp Landkreis Waren 15 / 2021